Projection Mapping mit dem iPad: Anleitung
Praxisanleitung für Projection Mapping mit dem iPad: was du brauchst, wie du den Projektor anschließt, Inhalte auf Flächen verzerrst und eine Show fährst.

Projection Mapping hieß früher: Laptop, Medienserver-Lizenz und ein langer Abend Kalibrierung. Heute ist das Gerät in deiner Tasche schnell genug für den Job. Diese Anleitung führt dich durch dein erstes Mapping mit einem iPad und LayerMapper MApp – vom Kabel bis zur fertigen, wiederholbaren Show.
Was du brauchst
- Ein iPad mit iPadOS 17.6 oder neuer. Jedes iPad mit Metal-Unterstützung funktioniert; neuere Modelle haben mehr Reserven für Ebenen und Shader.
- Einen Projektor. Helligkeit ist wichtiger als Auflösung: Für einen dunklen Raum reichen 2.000–3.000 Lumen, in hellen Räumen darf es mehr sein.
- Einen Weg für das Bild: einen Adapter von USB-C oder Lightning auf HDMI oder ein Apple TV für AirPlay. (Ein kabelloser Android-TV-Empfänger erscheint demnächst.)
- Inhalte: eigene Videos und Fotos, die Kamera oder die über 100 GLSL-Shader, die in MApp eingebaut sind. Für den Anfang findest du Loops in unseren kostenlosen Footage-Paketen.
- LayerMapper MApp – alle Funktionen sind 30 Tage kostenlos.
Schritt 1: Projektor anschließen
Am einfachsten geht es per Kabel: HDMI-Adapter ins iPad, Kabel in den Projektor. MApp sendet ein sauberes Bild – nur das gemappte Bild, ohne Bedienoberfläche –, das Publikum sieht deine Steuerung also nie.
Du kannst kein Kabel zum Projektor legen? Direct-LAN ist bereits in MApp eingebaut: Es sendet das Bild per WLAN. Die passende LayerMapper-Empfänger-App für Android-TV-Boxen ist in der letzten Testphase und erscheint demnächst bei Google Play – dann steckst du einfach eine TV-Box in den Projektor und behältst das iPad in der Hand, egal wo im Raum. Mehr dazu auf der Seite zum Android-TV-Empfänger.
Schritt 2: Komposition aufbauen
MApp funktioniert wie ein Clip-Raster in VJ-Software:
- Füge eine Ebene hinzu und fülle sie mit Clips – Videos, Fotos, einem Shader oder einer Live-Kamera.
- Füge weitere Ebenen hinzu für Elemente, die sich unabhängig verhalten sollen, zum Beispiel eine Hintergrundtextur und ein Logo darüber.
- Wähle pro Ebene einen Blend Mode – Add und Screen eignen sich gut für Licht auf Dunkel, Multiply zum Maskieren.
Tippe auf einen Clip, um ihn zu starten. Jede Ebene spielt jeweils einen Clip, so wechselst du Inhalte live, ohne das Mapping zu zerstören.
Schritt 3: Bild auf die Fläche verzerren
Das ist das eigentliche „Mapping“. Lege für jede Fläche, die du beleuchten willst, ein Mesh an und weise ihm eine Ebene zu.
- Für eine flache, rechteckige Fläche ziehst du die vier Ecken auf die Ecken des Objekts – ein Keystone.
- Für eine Wand, die schräg zum Projektor steht, nimm Homografie; sie hält gerade Linien gerade.
- Für gewölbte oder organische Formen wechselst du zu einem Bézier-Mesh und fügst Punkte hinzu, bis das Bild an der Fläche anliegt.
- Kreis-Meshes passen auf Trommeln, Lautsprecher und runde Fenster; Masken-Meshes verdecken Licht dort, wo es nicht hinfallen soll.
Arbeite in der Preview-Ansicht und zoome für die letzten pixelgenauen Korrekturen hinein. Mit den 1-px-Schritttasten justierst du fein, und mit ×2 vergrößerst du ein Mesh, wenn du die Anfasser genauer greifen musst.
Schritt 4: Bewegung reinbringen
Ein statisches Mapping sieht gut aus; Bewegung macht daraus eine Show.
- Eckpunkt-Bewegung aufnehmen: Bewege ein Mesh live, und MApp nimmt es mit 30 FPS auf. Ergänze weitere Durchgänge per Overdub und loope sie nahtlos.
- Mit der Musik synchronisieren: BPM-Sync und Ableton Link halten Clips und Animationen im Takt mit DJ oder Band.
- Audioreaktive Shader: Steuere Shader-Parameter über die Musik oder das Mikrofon.
Schritt 5: Speichern und auftreten
Speichere das komplette Setup – Meshes, Ebenen, Medien und Automationen – in einem der 16 Preset-Slots und rufe es während der Show sofort ab. Setze Cue Points auf Clips und löse sie über das verschiebbare Cue-Panel aus, oder lege alles mit MIDI Learn auf einen MIDI-Controller.
Soll die Show über den Raum hinaus zu sehen sein? Streame das saubere Bild direkt aus MApp zu YouTube, Facebook oder einem beliebigen RTMP-Server.
Typische Probleme beim ersten Mal
- Das Bild ist zu dunkel: Raumlicht aus, Eco-Modus des Projektors abschalten und das Bild nicht größer ziehen als nötig.
- Die Kanten sind unscharf: Stell den Fokus des Projektors auf die Fläche selbst ein, nicht auf die Wand dahinter.
- Der Inhalt wirkt nach dem Verzerren verzogen: Nimm für flache Flächen, die du schräg anstrahlst, Homografie statt eines freien Keystones.
- Der Projektor zeigt die iPad-Oberfläche: Prüfe, ob du den externen Display-Ausgang von MApp nutzt und nicht die Bildschirmsynchronisierung.
Fazit
Mit einem iPad, einem Projektor und LayerMapper MApp mappst du ein Objekt in wenigen Minuten und fährst eine ganze Show aus der Hand. Fang mit einer Fläche und ein paar Clips an und ergänze Meshes, Bewegung und MIDI, wenn dein Setup wächst. Einen kompletten Video-Rundgang findest du bei den Tutorials.
Häufige Fragen
Kann ein iPad den Laptop beim Projection Mapping ersetzen?
Für die meisten Shows mit einer oder mehreren Flächen ja. LayerMapper MApp rendert auf iPads mit Metal-Unterstützung mit 60 FPS und bietet Meshes, Masken, Blend Modes, Cue Points, Presets und MIDI-Steuerung – die Werkzeuge, für die du sonst einen Laptop bräuchtest.
Welches iPad brauche ich?
Jedes iPad mit iPadOS 17.6 oder neuer. Neuere Modelle schaffen mehr Ebenen, höher aufgelöste Videos und aufwendigere Shader.
Wie verbinde ich das iPad mit einem Projektor?
Mit einem Adapter von USB-C oder Lightning auf HDMI oder per AirPlay an ein Apple TV. Eine kabellose Option – die LayerMapper-Empfänger-App für Android-TV-Boxen – erscheint demnächst bei Google Play.

